229 | HARALD METZKES

Innenräume | Orte zwischen Privatem und Öffentlichkeit

Das Finale, 1988
Öl auf Leinwand
© VG Bild-Kunst, Bonn 2021, Foto: Michael Lüder

Durch Vermittlung durch die Galeristin Dr. Doris Leo schenkte 2017 Harald Metzkes dem Potsdam Museum zusammen mit dem Gemälde Harlekin (Ukas) das großformatige Ölgemälde Das Finale, welches eine volle Zirkusmanege zeigt: eine Person reitet auf einem Esel, die Rückenfigur beschwört eine Schlange in ihren emporgehobenen Armen, ein Artist balanciert konzentriert einen Teller auf einem dünnen Stab, eine junge Frau in einem goldenen Gymnastikbody steht bereit für das große Finale ihrer Show. Sie werden gefolgt von weiteren Artisten, Clowns und Harlekinen, die sich im Hintergrund sammeln.

Das Werk ist Metzkes langjähriger Beschäftigung mit der Commedia dell’ Arte, einer wandernden Schauspieltruppe, und der klassischen Moderne zuzuordnen. Die Entstehung der magischen, reichen Bildwelt, die uns hier begegnet, liegt kurz vor der Wende 1989. Unklar ist, ob Metzkes hier ein Bild des sich in dieser Zeit formierenden Umbruchs nachzeichnet bzw. - zum Titel passend - das nahende Ende einer Zeit präsentiert. Offen bleibt die Frage: „Was passiert nach der nächsten Umdrehung [des Tellers - Anm. d. Verf.]?“[1]

Harald Metzkes machte zunächst eine Steinmetzlehre beim Bildhauer Max Rothe und wechselte als Zwanzigjähriger an die Hochschule für Bildende Künste Dresden. Dort machte er Bekanntschaft mit Wilhelm Lachnit und Rudolf Bergander. Bald darauf war er Meisterschüler an der Deutschen Akademie der Künste in Berlin bei Otto Nagel und gelangte in die später als „Berliner Schule“ bezeichnete Künstlergruppe um Manfred Böttcher, Ernst Schroeder und Werner Stötzer. Ab 1959 war Metzkes freiberuflich in Berlin tätig, nahm an zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen teil und wurde mit mehreren Preisen ausgezeichnet. 1993 zog der Künstler aufs Land nach Brandenburg.

 

 

 

 

[1]Eberhard Roters: Harald Metzkes, in: Harald Metzkes, Malerei, Zeichnungen, Druckgraphik, Staatliche Kunsthalle Berlin, 21.6. bis 25.7.1990, Berlin 1990, S. 7-15, S. 7.