228 | WOLFGANG LIEBERT

Innenräume | Orte zwischen Privatem und Öffentlichkeit

Hafenkneipe Gambrinus, 1981
© Potsdam-Museum – Forum für Kunst und Geschichte

Um einen runden Tisch herum sind verschiedene feiernde Personen dargestellt, die durch ihre unterschiedlichen Haltungen und Aktionen Spannung ins Bildgeschehen bringen. Während der junge Mann in der linken unteren Ecke den Kopf hängen lässt, ja vielleicht sogar mit dem Rotweinglas in der Hand eingeschlafen ist, tuscheln die Frauen in der rechten unteren Ecke miteinander. Über die Schulter hinweg schaut die Schwarzhaarige den*die Betrachter*in mit skeptischem Blick an.

Ebenso fixieren einige der anderen Personen den*die Betrachter*in mit Blicken. Man scheint weder richtig an der feierlichen Stimmung teilzunehmen, noch komplett außen zu stehen. Auffällig ist die rothaarige Frau, die zentral in der Mitte angeordnet ist und ein kleines Glas hebt.

Wolfgang Liebert machte von 1963 bis 1964 eine Facharbeiterlehre als Baumaler, war anschließend mehrere Jahre Mitglied im Caputher Malzirkel bei Magnus Zeller und studierte von 1964 bis 1971 Malerei und Grafik an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee. 1969 bis 1971 war er Meisterschüler am Institut für baugebundene Kunst an derselben Kunsthochschule und war dort ab 1971 Assistent im Bereich Restaurierung bei Prof. Kurt Robbel. Ab 1973 war Wolfgang Liebert freischaffend als Maler und Grafiker tätig bevor er 1985 Fachschullehrer an der Fachschule für Werbung und Gestaltung für das Lehrgebiet Künstlerische Grundlagen wurde.