226 | KURT ROBBEL

Innenräume | Orte zwischen Privatem und Öffentlichkeit

Stillleben mit Porree
Zwiebeln und Birnen, 1969
Eitempera, Öl auf Leinwand
© Potsdam-Museum – Forum für Kunst und Geschichte, Foto: Michael Lüder

Das 1972 vom Rat der Stadt Potsdam für 3000 Mark erworbene Stillleben mit Porree, Zwiebeln und Birnen von Kurt Robbel steht in der Tradition des Kubismus von Picasso oder Cezanne. Robbel verwendet starke Umrisslinien, trägt die Farbe eher flächig auf und verzichtet bewusst auf die Ausarbeitung von Dreidimensionalität. Vielmehr spielt er mit verschiedenen Perspektiven und einer Verzerrung des Raumes.

Dieser Rückgriff auf ältere Künstlergenerationen und den Kubismus durch einen DDR-Künstler erscheint ungewöhnlich, denn er entspricht nicht den Vorgaben eines Bildes des sozialistischen Realismus. Deutlich lässt sich die Verbundenheit des Künstlers zur Kunst der Moderne erkennen.

Kurt Robbel lebte als Kleinkind zwei Jahre in Russland, wo sein Vater als Restaurator arbeitete. Von 1925 bis 1929 absolvierte er eine Lehre als Holzbildhauer bei Emil Graf und nahm Abendunterricht zur Bauplastik an der Kunst- und Handwerkerschule Berlin. Während langjähriger Arbeitslosigkeit und mehreren Nebenjobs begann Robbel sich autodidaktisch auf dem Gebiet der Malerei zu betätigen. 1936 zog der Künstler nach seiner Heirat nach Mahlow um und hospitierte 1941 ein Jahr lang bei Otto Hitzberger und Wilhelm Tank an der Hochschule für Bildende Künste Berlin-Charlottenburg. 1945 desertierte Robbel aus dem Kriegsdienst und arbeitete bis 1951 als freischaffender Maler. Anschließend erhielt er einen Lehrauftrag an der Berliner Hochschule für Bildende und Angewandte Kunst. 1952/52 war Robbel Dozent einer Malerei- und einer Tafelbildklasse. Er unternahm seit 1957 Reisen nach Italien, Zypern, Tunesien, Libanon, Ägypten, Griechenland, Island und Jugoslawien. Ab 1958 war er Professor für Malerei. Nach einer kurzen krankheitsbedingten Pause leitete er von 1969 bis zur Emeritierung 1974 die Abteilung Restaurierung.