Willkommen zu unserem digitalen Ausstellungsrundgang!

Foto: Thomas Weinert
Foto: Thomas Weinert
Foto: Thomas Weinert

Die Kuratorinnen Dr. Jutta Götzmann und
Dr. Hendrikje Warmt begleiten Sie auf diesem digitalen Rundgang durch der Sonderausstellung KARL HAGEMEISTER »...das Licht, das ewig wechselt.« Landschaftsmalerei des deutschen Impressionismus und gewähren Ihnen Einblicke in das künstlerische Schaffen Karl Hagemeisters. Neben Leihgaben von Ölgemälden, Pastellen und zeichnerischen Arbeiten aus musealen Beständen sowie aus der Sammlung des Potsdam Museums sind vor allem noch nie gezeigte und somit unbekannte Werke aus privaten Kunstsammlungen zu sehen.

 

1. Willkommen zur digitalen Führung

Die beiden Kuratorinnen Jutta Götzmann und Hendrikje Warmt haben gemeinsam mit dem Potsdamer Medieninstitut eine digitalen Führung  durch unsere Sonderausstellung erstellt. Die Video-Reihe stellt das Kooperationsprojekt mit den Partnermuseen vor und führt die Betrachter in die Bildwelt Karl Hagemeisters ein. 

2. Birkenwald | Hendrikje Warmt

Mit Zitaten Karl Hagemeisters erläutert die Kuratorin Hendrikje Warmt den Natur- und Landschaftsbegriff des Werderaner Impressionisten. Am Beispiel des großformatigen Gemäldes „Verschneiter Birkenwald an einem Bachlauf“ aus den Jahren 1891/93 erfährt der Betrachter mehr über die „Stimmung als Trägerin des seelischen Elements der Landschaft“. In der Potsdamer Ausstellung wird erstmals das Gemälde aus einer großen Impressionistensammlung aus norddeutschem Raum zusammen mit einer seltenen Porträtfotografie Karl Hagemeisters gezeigt, die ihn als Freilichtmaler kennzeichnet.

3. Pastelle | Jutta Götzmann

Zwei Pastelle von Karl Hagemeister widmen sich der Märkische Seenlandschaft. Jutta Götzmann erläutert die impressionistische Farb- und Naturauffassung Hagemeisters und gibt über die Provenienz der Werke Auskunft. Sie stammen aus dem Besitz von Hannah Schreiber de Grahl, die zunächst Schülerin, später Malerkollegin von Karl Hagemeister war. Von ihr ist im gleichen Ausstellungsraum auch das um 1900 entstandene Ölbild „Wasseriris“ zu sehen.

4. Karl Hagemeister und Carl Schuch in der Mark |  Hendrikje Warmt

Die Kuratorin Hendrikje Warmt gibt einen kurzweiligen Einblick über die gemeinsamen Arbeitsjahre des Malers Hagemeister mit seinem Künstlerkollegen Carl Schuch in der Mark Brandenburg. Drei Jahre  - 1878; 1880;  1881 - arbeiteten beide Landschaftsmaler an Freilichtstudien in Ferch und Kähnsdorf, um Naturphänomene wie Licht, Wind und Wolken realistisch und zugleich stimmungsvoll zu erfassen. Hagemeister selbst sagte über diese künstlerische Phase in seinem Leben: »Hier begannen wir aus dem Ton zu malen, im Sinne von Leibl und Courbet.«

5. Künstlergemeinschaft von Barbizon | Jutta Götzmann

Die Einflüsse der Maler von Barbizon bilden den zentralen Ausgangspunkt für die Entwicklung der modernen Landschaftsmalerei in Deutschland. Jutta Götzmann stellt die thematische Sektion in der Ausstellung mit ausgewählten Werken von Karl Hagemeister, Carl Schuch und Charles-François Daubigny vor. Zwei dieser Leihgaben stammen aus der Bayerischen Staatsgemäldesammlung in München.

6. Reiher im Schilf | Hendrikje Warmt & Jutta Götzmann

Die Kuratorinnen gehen anhand des Bildes Reiher im Schilf auf eine der schaffensreichsten Werkphasen des Künstlers Hagemeister ein. In dieser Zeit entstehen ein Großteil der impressionisten Arbeiten, die die Kulturlandschaft des Havellandes in der avantgardistischen Modernität um 1890 in Deutschland aufzeigen. Seine eigenständige Maltechnik hatte der Künstlers bereits erlangt, welche die reliefartige Textur der Maloberflächen verdeutlicht. Landschaftliche Ausschnitte werden unmittelbar erfasst, der eindrückliche Moment direkt auf die Leinwand übertragen und das raumumgreifende Licht bestimmt fortan den Bildkomposition - »[...] das Licht, das ewig wechselt.«

7. Teich in der Mark | Jutta Götzmann

Erstmalig konnte das großformatige und bedeutende Gemälde 'Teich in der Mark' aus dem Bröhan-Museum Berlin für die Retrospektive im Potsdam Museum ausgeliehen werden. Es entstand 1902 und lässt durch seine kompositionelle als auch malerische Ausführung Einflüsse des französischen Impressionismus erkennen. Die Kuratorin Jutta Götzmann rezitiert den Künstler und verweist  auf wichtige europäische Impulse. Im Zentrum ihrer Betrachtung steht die künstlerische Nähe zu Claude Monet.

8. Wiesenstück | Jutta Götzmann & Hendrikje Warmt

Die Kuratorinnen beschreiben im gemeinsamen Dialog die Modernität Hagemeisters, die durch seine kühnen Bildkompositionen sowie durch die Maltechnik alla prima (Naß-in-Naß-Technik) hervorsticht und ihn zu den frühen Wegbereitern der modernen Landschaftsmalerei zählen lässt. Das Hauptmotiv der Ausstellung wird anhand seiner kunsthistorischen Bedeutung besprochen. Was kennzeichnet die Malweise der avantgardistischen Künstlervereinigung der Berliner Sezession, zu der auch  Hagemeister gehörte?

9. Künstlerkollegen & Weggefährten - Die deutschen Impressionisten | Jutta Götzmann 

Das Herzstück der Ausstellung bildet die Rotunde im Gebäude des ehemaligen Alten Rathauses am Alten Markt, welche mit außergewöhnlichen Leihgaben aus musealen und privaten Besitz die Künstlerkollegen und Weggefährten Hagemeisters präsentiert und gleichzeitig die bedeutende Epoche des deutschen Impressionismus veranschaulicht.  Jutta Götzmann präsentiert eine besondere Arbeit in Öl des Künstlers Lovis Corinth, die erstmalig aus Privatbesitz für die Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt wurde - das Gemälde 'Lüneburger Heide' (1908).

10. Karl Hagemeisters malerisches Spätwerk | Hendrikje Warmt

Die Kuratorin Hendrikje Warmt präsentiert die letzte große Schaffensphase des deutschen Impressionisten Karl Hagemeister, welche ab 1908 entstand. Hagemeister wollte sich bildnerisch weiterentwickeln, um die Bewegung im Raum eindringlicher wiedergeben zu können. »1908–1915 ging ich nach Lohme, wo ich den Kampf der Elemente studieren wollte.« Für die gesamte Wirkung der Seebilder wird die Farbe als Eigenwert von Ausdruck und Empfindung verstanden. »In einem Guss« lässt der Freilichtmaler seine Meereswogen und Küstenlandstriche entstehen, um das persönliche Temperament mit dem Eindruck der Natur zu vereinen.