Umkämpfte Wege der Moderne. Wilhelm Schmid und die Novembergruppe

Samstag, 29. September 2018 - 10:00 bis Sonntag, 27. Januar 2019 - 18:00
Wilhelm Schmid, Stilleben mit Maske, um 1930 (Auschnitt),© Museo d’arte della Svizzera italiana,  Lugano Collection Cittá di Lugano, Donation Wilhelm und Maria Schmid, Photo: Alexandre Zveiger
Wilhelm Schmid, Stilleben mit Maske, um 1930 (Auschnitt),© Museo d’arte della Svizzera italiana,  Lugano Collection Cittá di Lugano, Donation Wilhelm und Maria Schmid, Photo: Alexandre Zveiger
Wilhelm Schmid, Stilleben mit Maske, um 1930 (Auschnitt),© Museo d’arte della Svizzera italiana, Lugano Collection Cittá di Lugano, Donation Wilhelm und Maria Schmid, Photo: Alexandre Zveiger

Im Herbst 2018 präsentiert das Potsdam Museum in einer umfangreichen Werkschau den Maler Wilhelm Schmid und die Novembergruppe, die aus den Wirren der Revolution von 1918/1919 als radikale Künstlergruppe hervorgegangen war. Mit ihren Motiven, Farben und Formen beschritten die Maler, die sich hier vereinten, neue Pfade des künstlerischen Ausdrucks. Zum Ziel ihres Handelns erklärten die Künstlerinnen und Künstler eine enge Vermischung von Volk und Kunst, womit sie den alten kaiserzeitlichen Konventionen formal und inhaltlich eine Absage erteilten.

Aufsehen erregten die Mitglieder der Gruppe nicht nur mit ihrer revolutionären Forderung, sich im neuen Staat an allen die Kunst betreffenden Fragen zu beteiligen. Denn in den Ausstellungen – vornehmlich auf der Großen Berliner Kunstausstellung – gehörten ihre Gemälde, Aquarelle, Grafiken und Skulpturen zu den meistdiskutierten und strittigsten Werken. Diese Radikalität der künstlerischen Gestaltung, die die Gruppe besonders bis 1923 auszeichnete, ist mitunter auch in den gezeigten Kunstwerken greifbar.

Schmid, der in Potsdam zusammen mit seiner Ehefrau Maria, geb. Metz, das sog. Etappenhaus ab Mitte der 1920er Jahre in der heutigen Berliner Vorstadt errichtete, wählte die ehemalige Residenzstadt zum Schaffens- und Lebensort. Zahlreiche festgehaltene Motive zeugen von einer bewussten Wahrnehmung seiner Umgebung. Die Ortansichten stehen hierfür ebenso wie seine eindringlichen Stillleben. In einer späteren Phase hinterfragte der feinsinnige Maler die Beziehungen zwischen den Menschen und griff wiederum den Stoff der Novembergruppe auf: die Menschen und ihre Gemeinschaft.  

Die Ausstellung wird Schmids architektonischen und künstlerischen Spuren in Potsdam folgen und ihn im Gründerkreis der Novembergruppe verorten, deren Schlüsselwerke in Korrespondenz zu Schmid präsentiert werden. Der Kontext der Weimarer Republik als eine Epoche der Gegensätze und Umbrüche gerät ebenso in den Fokus der Ausstellung wie der sich nähernde Nationalsozialismus.

Die Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft der Schweizer Botschaft. Frau Ministerin Martina Münch ist die Schirmherrin des Gesamtprojektes „Umkämpfte Wege der Moderne“ am Potsdam Museum, das in den zwei Sonderausstellung – „Wilhelm Schmid und die Novembergruppe“ 29.9.2018 - 27.01.2019 und „Geschichten aus Potsdam und Babelsberg 1918 bis 1945“, ab Frühjahr 2019 ­– den Verwerfungen der Moderne nachgeht.

Ein umfangreiches Programm mit Führungen, Vorträgen, Konzerten und Workshops begleitet die Sonderausstellung.

 

Exponate

Wilhelm Schmid

Wilhelm Schmid, Stillleben mit  Birnen (Auschnitt), 1927, Privatbesitz

Wilhelm Schmid

Wilhelm Schmid, Dame im Pelz (Maria Schmid), Museo d'arte della Svizzera italiana

Wilhelm Schmid