Eine gemeinsame Kooperation des Potsdam Museum - Forum für Kunst und Geschichte, des Filmmuseum Potsdam, des Hans Otto Theaters, , des Potsdamer Kunstvereins und der Universität Potsdam

»Peter Weiss 100 – Potsdamer Positionen«

Peter Weiss, Abschied von den Eltern, Collage II, 1960/62, Akademie der Künste Berlin, Kunstsammlung © VG Bild-Kunst, Bonn 2016
Peter Weiss, Abschied von den Eltern, Collage II, 1960/62, Akademie der Künste Berlin, Kunstsammlung © VG Bild-Kunst, Bonn 2016
Peter Weiss, Abschied von den Eltern, Collage II, 1960/62, Akademie der Künste Berlin, Kunstsammlung © VG Bild-Kunst, Bonn 2016

Das Filmmuseum Potsdam, das Hans Otto Theater, das Potsdam Museum, der Potsdamer Kunstverein und die Universität Potsdam haben in den vergangenen Monaten gemeinsam ein facettenreiches und aufeinander abgestimmtes Programm zusammengestellt. Von Mitte September bis in den November hinein können sich Potsdamer, Brandenburger und Berliner Kulturinteressierte auf vielfältige Weise mit dem Leben und Wirken von Peter Weiss auseinandersetzen.

»Die inhaltliche Zusammenarbeit und Vernetzung unserer Institutionen war bereits in der Vorbereitung sehr inspirierend. Jedes Haus brachte eine eigene Perspektive mit, jeder blickte aus seiner Kunst und Profession heraus auf das künstlerische Schaffen und Leben von Peter Weiss«, so Prof. Dr. Ursula von Keitz, Direktorin des Filmmuseum Potsdam, im Namen der Kooperationspartner.

»Kooperationen für Einzelprojekte verbinden unsere Häuser natürlich schon lange miteinander. Regel-mäßig arbeitet zum Beispiel das Potsdam Museum mit dem Filmmuseum und dem Hans Otto Theater zusammen. Aber im Zusammenschluss unserer fünf Institutionen setzen wir ein starkes Zeichen für das reiche kulturelle Leben in der Landeshauptstadt. Der 100. Geburtstag von Peter Weiss bietet dafür den perfekten Anlass, war Peter Weiss doch in den verschiedenen Künsten beheimatet. Besonders schön ist es auch, dass nicht nur städtische Institutionen, sondern mit dem Filmmuseum und der Universität auch zwei Einrichtungen des Landes Brandenburg beteiligt sind«, so Dr. Jutta Götzmann, Direktorin des Potsdam Museums.

»Peter Weiss 100 – Potsdamer Positionen« - Das Programm

Peter Weiss – »inmitten meiner Bilder«
Ausstellung im Potsdam Museum – Forum für Kunst und Geschichte
17.09. bis 30.10.2016 | Eröffnung am 16.09.2016, um 15:00 Uhr

Das Potsdam Museum – Forum für Kunst und Geschichte präsentiert den künstlerischen Grenzgänger und Avantgardisten Peter Weiss mit einer wenig bekannten, doch maßgebenden Facette seines Gesamtwerkes: Eine repräsentative Auswahl selten gezeigter Gemälde und illustrierter Schriftstücke gibt Einblicke in die gestalterische Frühphase des gebürtigen Potsdamers. In diesen Werken verar-beitet Weiss eindringlich die inneren Konflikte, die Widerstände im Elternhaus und gesellschaftliche Notlagen, die auch in den gezeigten Zeichnungen und den Serien seiner späteren Collagen präsent sind. Die Vielfalt der Ausdrucksmittel und die permanente Konfrontation mit der Gegenwart galten ihm als Triebkraft seiner Gestaltung. Diese kreative Unrast wurde zum Prädikat seines künstlerischen Werdeganges.

Peter Weiss – Theaterplakate
Ausstellung im Potsdamer Kunstverein e. V.
19.09. bis 07.11.2016 | Eröffnung am 19.09.2016, um 18:00 Uhr

Die Schau zeigt eine Auswahl internationaler Theaterplakate zu Inszenierungen von Peter Weiss aus dem Bestand der Kunstsammlung der Berliner Akademie der Künste. Im Mittelpunkt der Auswahl stehen Plakate legendärer Aufführungen in europäischen Städten wie Stockholm, Madrid, Paris, Warschau und Potsdam von „Marat/Sade“, „Die Ermittlung“, „Hölderlin“ oder „Der Prozeß“. Die Plakate wurden von Grafikern wie Fuente, Wangelin oder Wittkugel in den Jahren 1965–1996 gestaltet.

Peter Weiss. Widerständige Bilder
Foyerausstellung im Filmmuseum Potsdam
30.09. bis 20.011.2016 | Eröffnung am 30.09. 2016, um 19:00 Uhr

Die Ausstellung würdigt Peter Weiss im Spannungsfeld zwischen seinen experimentellen Kurzfilmen und seiner historiografischen Auseinandersetzung mit der klassischen Filmavantgarde. Zu sehen sind Materialien zu seinen Filmen und TV-Produktionen, die auf zwei Theaterstücken von Peter Weiss beruhen. Eine Filmreihe begleitet die Ausstellung.

Ermittlungen – 100 Jahre Peter Weiss | Symposium der Universität Potsdam
im Potsdam Museum – Forum für Kunst und Geschichte
06.10. bis 08.10.2016 | Auftakt am 06.10.2016, um 17:00 Uhr

Das Symposium des Institutes für Künste und Medien der Universität Potsdam und der Internationalen Peter-Weiss-Gesellschaft, das in Kooperation mit dem Potsdam Museum und der Rosa-Luxemburg- Stiftung Brandenburg stattfindet, würdigt das literarische Werk von Peter Weiss und betrachtet seine Bedeutung für die europäische Kulturgeschichte. Es werden neue literaturwissenschaftliche Perspektiven zur Prosa und zu den dramatischen Texten gegeben und Wirkungen des Werkes in aktuellen Rezeptionen aufgezeigt. Verschiedene Generationen und Stimmen kommen zu Wort und führen historische wie zeitgenössische Aneignungsweisen von Peter Weiss’ Leben und Werk vor. Die Öffentlichkeit Potsdams ist dazu herzlich eingeladen.

»Mitteilungen eines Fremden«
Lesung des Hans Otto Theaters
Michael Schrodt liest aus dem Roman »Fluchtpunkt« von Peter Weiss
13.10.2016, um 18:00 Uhr im Potsdam Museum – Forum für Kunst und Geschichte
06.11.2016, um 11:00 Uhr im Hans Otto Theater, Glasfoyer

In seinem Roman „Fluchtpunkt“ (1962) setzt sich Peter Weiss mit der Suche nach einer eigenen Sprache auseinander. Er erinnert sich an seine Ankunft 1940 im Exilland Schweden und an seine Erfahrung des Fremdseins – als Flüchtling aus einer Nation, die er kaum je als Heimat empfunden hat. Er beschreibt seinen künstlerischen Weg zu einer Bildsprache und einer Literatursprache, die gleichzeitig ganz persönlich und ganz universell sein sollten. Und er denkt darüber nach, wie eng diese Suche mit seiner politischen Position in den Kämpfen seiner Zeit verknüpft war.